Poesie

N.N.

Letzte Nacht habe ich den Glauben verloren.
Den Glauben an die gro?e Liebe.
Die Liebe, die einfach aus dem Nichts da ist,
die dich v?llig aufw?hlt, gl?cklich macht
und dann bleibt.

Ich glaubte, sie gefunden zu haben.
Ich war berauscht, war gl?cklich.
Genoss seine Gegenwart unendlich.
War befl?gelt von jedem Wort,
jedem L?cheln,
jeden Kuss.

Ich Wirklichkeit war aber nur ICH diejenige,
die hingerissen war.
Ich, der verliebte Volltrottel.
Vermutlich genoss er es.
Und vermutlich genoss ich es, dass er es genoss.

Doch wo bleibt die Liebe?
Nat?rlich, es gibt Liebe, kein Zweifel.
Doch gibt es wirklich gegenseitiges Begehren und Lieben?
Ist es nicht so,
dass immer nur einer liebt
und der andere es liebt, geliebt zu werden?
Gibt es wirklich Paare,
die sich lieben, ohne zu zweifeln,
ohne Untreue, ohne Verzweiflung,
ohne Verletzung, ohne Machtspiele,
ohne Streit und Langeweile?

29.12.05 00:39, kommentieren

Fritz Rudolf Fries
Gl?ck


Es bringt die Post
als leichtes Gep?ck
je ein Buch
aus dem S?den aus
dem Norden
zur Mitte
da wo ich bin
abends
zum Tee zur Pfeife
lese ich.


29.12.05 00:37, kommentieren

Peter Maiwald
Biografie


Ich habe mich verzettelt
in vielen Liebesbriefen.
Ich hab, dass man mich mag, gebettelt.
Ich habe mich verh?rt,
wenn andre mich um Hilfe riefen.

Ich habe mich verschrieben
in Wut und Hass und Zeilen.
Ich bin ich selbst
nicht ich geblieben.
Ich habe mich verschrien.
Der Ruf geh?rt
zu meinen bessren Teilen.

Ich habe mich vergeudet
und werd es wieder machen.
Ich liebte mich,
dass man mich meidet.
Ich habe mich verlebt
und kam zuletzt zu meinem Lachen.

1 Kommentar 29.12.05 00:36, kommentieren

Peter Maiwald
Vom Guthaben


Wenn ich noch was gut hab bei dir
bitt ich dich: bezahl daraus
meine N?chte au?er Haus,
Tage, wo kein Wort ich fand,
Arbeit, ohne meine Hand,
Einsamkeit, die ich nicht mied,
Wollen, das uns unterschied,
Gl?ck, das ich allein genoss,
Angst, die mich vor dir verschloss,
Kornschnaps, der dich aus uns strich,
und von dem, was bleibt: so liebe mich.

29.12.05 00:35, kommentieren

Peter Maiwald
Zum Anheben eines Glases Wein


Man nehme: einen Sommertag
und wen man liebt und Freunde auch
und hab ein gutes Mahl im Bauch
und streichle Katzen wie man mag.

Dazu ein Land, das friedlich liegt
und eine Nacht mit klarem Stern
und die Zigarre von sehr fern
und wei?es Brot, sehr viel gen?gt.

Man braucht ein Volk zum guten Schluss,
das f?r sich selber Leben lohnt
und Essen hat und menschlich wohnt,
dann ist der Wein k?hl ein Genuss.

1 Kommentar 29.12.05 00:34, kommentieren