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08.12.2005 I

Hunderte Kr?hen sitzen auf den D?chern des Leipziger Hauptbahnhofes. Sie fliegen auf, scheinbar ziellos und ohne Ordnung. Das Ampelm?nnchen zeigt GO.

Ich fr?hst?cke einen Tunfisch-Bagel und einen Milchkaffee, wie so oft in Torgau, und mein Herz schmerzt, und ich denke an dich, Sabrina.

10.12.05 15:15, kommentieren

08.12.2005 II

Ich stelle mich heute in Leipzig vor. Kein wirkliches Vorstellungsgesp?ch, sondern ein Abtasten, wieder in den Arbeitsprozess zu kommen, aber auch ein Ansporn f?r mich, wieder an meine F?higkeiten zu glauben.

Ich f?hre ein Doppelleben. Nach au?en: Ich bin zufrieden mit meiner Situation. Es ist sch?n, sein eigener Herr zu sein, und es geht mir gut.

Die Realit?t kennen nur wenige: Ich lebe von der Hand in den Mund, lerne die bittere Seite des Lebens kennen. Ich verzweifle daran, dass meine Bildung und meine Fahigkeiten nicht mehr gefragt sind. Mein Wissen & und meine Ideen m?ssen raus.

Ich scheitere an mir selbst. Ich bin in Hannover wieder in alte Gewohnheiten zur?ck gefallen, die mir nicht gut tun, und ich bin oft undiszipliniert.

Der Schl?ssel zur Umkehr heisst: Ich allein bestimme meinen Weg. Nicht die Gef?hle f?r eine Frau leiten mich, sondern mein absoluter Wille zum Erfolg, Planung und harte Arbeit.

10.12.05 16:06, kommentieren

08.12.2005 III

Leipzig ist im Regen genauso trostlos wie andere St?dte.

Ich habe meine Ziele f?r die kommenden drei Jahre formuliert, kurz-, mittel- und langfristig. Die n?chsten Ziele sind die unangenehmsten, weil ich mir hier meine Fehler und Unzul?nglichkeiten eingestehen muss.

Das Gespr?ch ist gut gelaufen. Im Januar habe ich eine interne Schulung, und wenn ich drei Tage Probearbeit ?berstehe, habe ich den Job.

Also f?hrt mein Weg nach Leipzig. Anstatt mich zu freuen, habe ich die Schere im Kopf: Wie finde ich eine Wohnung? Komme ich finanziell zurecht? Und scheitere ich nicht wieder an meinen eigenen Anspr?chen?

10.12.05 16:50, kommentieren

08.12.2005 IV

Sylke redet mir ins Gewissen. Ihre Aussage, sie sei in den letzten Jahren k?lter im Herzen geworden, erschreckt mich. Mein Schl?ssel zum Leben, nicht nur zum Erfolg, sei es, alles, was mir nicht gut tut, aus meinem Leben zu entfernen.

Ich werde dar?ber nachdenken, was das ist, vor allem aber: Wer das ist.

10.12.05 16:53, kommentieren

08.12.2005 Ivonne und Gothic

Ich habe gestern Ivonne kennen gelernt. Wir waren mindestens dreimal Kaffee trinken, immer wieder nach Wegen durch den str?menden Regen.

Sie zeigt mir einen Teil ihrer Welt. Wir gehen in Gothic Stores, kaufen R?ucherst?bchen, sehen schwarze Kleider an. Ich bin lange nicht mehr so offen angel?chelt worden wie in den Szenel?den - nein, nicht bel?chelt.

Wir lassen uns gemeinsam t?towieren. Ivonne w?hlt das chinesische Schriftzeichen f?r Liebe auf dem rechten Schulterblatt, ich das f?r Energie im Nacken - auf Liebe ist so wenig Verlass ...

Ivonne erz?hlt, dass viele der Gothics Gedichte und Gedanken in Kladden aufschreiben und auch untereinander tauschen. Sie verspricht mir eigene Texte. Ich habe die Idee zu einem Projekt.

1 Kommentar 10.12.05 16:58, kommentieren